neuer ort

dezember 2010: nach längerer suche haben wir nun doch einen raum im zentrum st.gallens gefunden! wir sind nun an der schmiedgasse 15 im haus pelikan zu finden. wir teilen mit dem redaktionsteam des kulturmagazin saiten die historischen räume der ehemaligen galerie wilma lock.

«neue räume» haben wir gesucht, ein halbes jahr lang. für nicht kommerzielle ausstellungsmacherInnen auf raumsuche stellt sich die raumsituation in der stadt st.gallen derzeit als ziemlich prekär dar. sich im rohbau befindende kantonale oder städtische liegenschaften sind aus unterschiedlichsten gründen keine mehr vorhanden. nach mehrmonatiger intensivsuche im lokalen immobilienmarkt ereilte uns die ernüchternde einsicht: es gibt keine finanzierbaren leeren räume im zentrum, nicht im erdgeschoss, schon gar nicht an passantenlage. an der peripherie der stadt wären wir fündig geworden, nur wollten wir nicht dorthin. sich einen zentrumsnahen raum zu teilen, physisch und eben auch finanziell war schliesslich die lösung – zusammen mit der redaktion des kulturmagazin saiten. 

sechs jahre (2003 bis 2008) waren wir gemeinsam am oberen graben, damals noch als «projektraum exex» im namengebenden ex-ex libris ladenlokal, eingemietet. anschliessend verband uns eine leider nur zweijährige nutzung des ex-gewerbeschulhauses am blumenbergplatz. next-ex ist und bleibt programm. als nächstes, jetzt, sind wir zusammen in die hiesigen ex-galerie-räumlichkeiten eingezogen: in das haus pelikan mitten in der altstadt. 

«neue räume» sind das für uns, obwohl es selbstverständlich alte räume sind. historische. umgebaute. nach dem grossen stadtbrand von 1418 wurde das erste haus des zweiteiligen gebäudes erbaut. zu beginn des 18. jahrhunderts kam der wohl bekannteste erker der stadt dazu. der goldige pelikan auf dem dach des erkers füttert seine kinder mit dem eigenen blut und gibt mit seiner anwesenheit dem haus den namen. die kontinente der welt sind in die holztäfer eingschnitzt. noch ist australien nicht entdeckt. es gilt die welt zu entdecken, auch heute noch. wir tun es mit dem mittel der kunst. 

so tat es auch unsere vorgängerin. für die meisten von ihnen wird wilma lock ein begriff sein, wurde sie doch letztes jahr mit dem anerkennungspreis der stadt st.gallen für ihre vierzigjährige galerietätigkeit ausgezeichnet. 1969 eröffnete wilma lock ihre galerie im parterre dieses hauses. 1973 zeigte sie als erste galeristin überhaupt roman signers werk und ebnete ihm damit den weg in die internationale kunstwelt. sie war es, die diese räume für ihre zwecke umbaute, mit weissen wände, professioneller beleuchtung und einer kochnische.

nun wird nextex und saiten – und nicht etwa ein anwaltsbüro oder eine zahnarztpraxis – diese räume benutzen. wir werden sie für unkommerzielle und diskursiv angelegte ausstellungsprojekte verwenden. das potential der räume soll ausgelotet und mit vielfältigem inhalt bespielt werden. 

ab 1. 12. 2012 zügeln wir wieder an den blumenbergplatz 3, 1.stockwerk!

 

 

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